Große Schweizer Sennenhunde
"von der Winkelmühle"

HD-ED-OCD

HD-Röntgen

Das HD-Röntgen von einem Hund ab der Vollendung des 12. Lebensmonats dient einerseits dazu, eine Aussage für die weitere Verwendung bzw. einen Zuchteinsatz zu treffen und die Passung von Anpaarungen zu überprüfen.

Ein Hund, der stark beansprucht werden wird, sollte auf jedem Fall geröntgt werden, eine volle Einsetzbarkeit und Belastbarkeit ist bis zu einer C-Hüfte (leichte HD) gegeben. Bei einer HD-Auswertung ab HD-D (mittlere HD) sollte häufiges Springen und volle Belastung (Zughund,Agility usw) stark eingeschränkt werden.

Aber auch bei einem Familien- oder Sporthund macht eine Untersuchung auf jedem Fall Sinn: Der Einsatz im Sport (.Agility,Zughunde) ist ab dem 1. Lebensjahr davon abhängig, auch hier gilt: Die volle Belastung ist bis HD C völlig unkritisch, darüber hinaus eingeschränkt.

Bei der Anpaarung mit gesunden Hunden (HD A – B) soll natürlich das Beste getan werden, um auch gesunde Welpen zu bekommen. Leider kann es - auch bei einer noch so verantwortungsvollen Zucht – immer zu einer unglücklichen Kombination weit zurückreichender Vorfahren kommen. Also auch bei einer gesunden Verpaarung gibt es keine Garantie auf HD-freie Welpen!

Wichtig für der Aussagekraft der Diagnostik, die über ein Röntgenbild erfolgt, ist die Wahl des richtigen Röntgenarztes. Auch wenn ihr Haustierarzt sehr zuverlässig und gut ist, muss er nicht unbedingt über langjährige Erfahrungen verfügen, den Hund beim HD-Röntgen auch richtig zu lagern.

Unsere Hunde werden alle in der vom VDH-anerkannten Tierklinik Mühl-hausen auf HD-ED-und OCD geröntgt.

HD

Die Hüftgelenksdysplasie ist eine Krankheit des Hüftgelenks bei der die Gelenkkugel nicht optimal in die Gelenkpfanne passt,bzw umgekehrt.

Die HD setzt sich aus drei Faktoren zusammen:

  • genetische Prädisposition-möglichst viele Hunde einer Rasse sollten geröntgt werden um darüber Aufschluss geben zu können,den HD Zucht wert ermitteln zu können und für eine vernünftige Zuchtselektion Schritte einzuleiten.
  • Futter/ Gewicht des Hundes besonders in der Wachstumszeit. Bei zu viel,zu energiereichem Futter wird der Hund zu früh zu schwer,das Hüftgelenk ist noch nicht ausgereift,hält der Belastung nicht stand und hat nicht die Möglichkeit korrekt zu wachsen.
  • Starke Belastung bzw. zu viel Bewegung wird das unausgereifte,noch weiche Hüftgelenk zu stark strapaziert. Durch viel Treppen steigen,Springen,glatte Fußboden,etc. kann es zu negativen Veränderungen im Hüftgelenk kommen.

FCI Klassifizierungsschema der HD-Grade für Hunde im Alter von 1-2 Jahren.

  • A - Frei -
  • B - Übergang,Grenzfall
  • C - Leichte HD
  • D - Mittlere HD
  • E - Schwere HD

HD/Hüftdysplasie des Hundes

Die Hüftdysplasie oder Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Betroffen sind sämtliche Hunderassen, wobei großwüchsige Rassen das Krankheitsbild besonders häufig ausbilden. Erstmalig diagnostiziert wurde sie am Deutschem Schäferhund, weshalb diese Krankheit fälschlicherweise hauptsächlich mit dieser Rasse in Verbindung gebracht wird, obwohl mittlerweile andere Rassen stärker betroffen sind. Die Häufigkeit des Vorkommens (Prävalenz) beträgt je nach Rasse vier bis etwa 50 Prozent. Auch bei Hauskatzen kann diese Krankheit auftreten, hier besonders unter Maine-Coon-Katzen.
Die HD ist zu großen Teilen genetisch bedingt. Da falsche Ernährung und Haltung die Entstehung und das Fortschreiten der Krankheit begünstigen können, spricht man von einem multifaktoriellen (von vielen Faktoren abhängigen) Geschehen.

Ellbogendysplasie

Die Ellbogendysplasie (ED) ist ein chronisch verlaufender Krankheitskomplex des Ellbogengelenks schnellwüchsiger Hunderassen. Die ED stellt eine vererbte Entwicklungsstörung des wachsenden Skeletts dar. Hohes Körpermassewachstum und Fütterungsfehler sind weitere begünstigende (prädisponierende) Faktoren. Die ED beginnt in der späten Wachstumsphase bei vier bis acht Monate alten Jungtieren mit einer schmerzhaften Veränderung des Gelenks und der gelenkbildenden Knochenteile (Osteoarthrose) mit Lahmheit. Der Bewegungsumfang des Ellbogengelenks ist eingeschränkt. Frühzeichen sind Steifigkeit am Morgen oder nach Ruhepausen. Die Krankheit schreitet lebenslang fort und ist nicht heilbar, eine weitgehende Schmerzfreiheit kann aber in vielen Fällen erreicht werden.

Vorkommen und Ursachen

Eine Ellbogendysplasie kann bei allen großwüchsigen Hunderassen auftreten. Am häufigsten betroffen sind Chow-Chow, Rottweiler, Berner Sennenhund, Großer Schweizer Sennenhund, Neufundländer, Labrador Retriever, Deutscher Schäferhund und Bordeaux-Dogge. Die Häufigkeit des Auftretens (Prävalenz) beträgt bei einigen Rassen über 40 %.
Die ED wird polygenetisch (über mehrere Gene) vererbt. Der genaue Erbgang und die beteiligten Gene sind bislang nicht bekannt, so dass kein Gentest für die Erkrankung existiert. Der Nachweis kann daher bislang nur über die tierärztliche Beurteilung des Einzeltieres erfolgen, einige Hundezuchtverbände fordern eine Röntgenuntersuchung für Zuchttiere. Der Grad der Vererbbarkeit (Heritabilität) ist für Rüden größer als für Hündinnen und wird je nach Rasse und Population mit Werten zwischen 0,1 und 0,7 angegeben.

Klinische Symptome

Die erkrankten Tiere werden durch Lahmheiten im Bereich der Vordergliedmaße auffällig. Es besteht hierbei eine Mischform aus Hangbein- und Stützbeinlahmheit, häufig kommt es zu einer Wegführung des Unterarmes und der Pfote von der normalen Achse der Gliedmaße (Abduktion) sowie einem Heranziehen des Ellenbogens an den Körper (Adduktion), wobei die Gliedmaße eingedreht wird. Bei der klinischen Untersuchung kann häufig eine vermehrte Füllung der Gelenkkapsel festgestellt werden, das Gelenk ist meist schmerzhaft und teilweise können Knirschgeräusche wie Pseudokrepitationen ausgelöst werden.

Manifestationen

Typische ED-Manifestationen:

  • Stufenbildung zwischen Elle (Ulna) und Speiche (Radius)
  • Isolierter Processus anconaeus
  • Fragmentierter Processus coronoideus medialis
  • OCD des medialen Condylus

Eine Ellbogendysplasie entsteht, wenn die gelenkbildenden Knochenteile Oberarmknochen (Humerus), Elle (Ulna) und Speiche (Radius) nicht exakt genug zueinander passen. Die ungenaue Passform oder Inkongruenz führt zu chronischen Umbauvorgängen am Ellbogengelenk und den gelenkbildenden Knochenteilen (Osteoarthrose), die zu einer Sklerosierung der Knochen und zur Ausbildung von Knochenauswüchsen (Osteophyten) führen. Bei geringer Inkongruenz der Gelenkflächen ist die Osteoarthrose das einzige Anzeichen einer Ellbogendysplasie, darüber hinaus können weitere Veränderungen auftreten:

  • Fragmentierung des Processus coronoideus medialis (FCP, Ablösung des innen liegenden Kronfortsatzes der Elle)
  • Osteochondrosis dissecans am Condylus medialis humeri (OCD, Knorpelablösung am innen liegenden Rollhöcker des Oberarmknochens)
  • Isolierung des Processus anconaeus (IPA, Ablösung des Ellenbogenfortsatzes der Elle)

Ein gleichzeitiges Auftreten mehrerer dieser Komplikationen ist häufig. Gelegentlich werden im deutschsprachigen Raum auch weitere Entwicklungsstörungen wie die ausbleibende Fusion der drei ellenbogenseitigen Verknöcherungskerne des Oberarmknochens und die angeborene Ellbogenluxation oder Subluxation bei kleinen (sogenannten chondrodystrophen) Hunderassen in den Ellbogendysplasie-Komplex eingeordnet. Letztere begünstigen ebenfalls das Auftreten eines IPA oder FCP, werden aber von der International Elbow working Group nicht zum ED-Komplex gezählt.

Fragmentierung des Processus coronoideus medialis ulnae (FCP)

Rechtes Ellbogengelenk eines Hundes mit FCP und Osteoarthrose.

  • gelber Pfeil: Stufe zwischen den gelenkbildenden Anteilen von Elle und Speiche
  • roter Pfeil: fehlende vordere Kontur des Processus coronoideus (typisch für einen FCP)
  • weißer Pfeil: Sklerosierung der Ulna (typisch für eine Osteoarthrose).

Als Ursache für die Ablösung des Processus coronoideus medialis (engl. fragmented coronoid process, FCP) werden verschiedene Mechanismen diskutiert:

  • Wachstumsverzögerung der Speiche mit Verkürzung derselben (short-radius-syndrome), die zu einer verstärkten Belastung der Elle führt. Am Processus coronoideus medialis kommt es dadurch zur Knochenverdichtung (Sklerosierung), Deformation und schließlich zur Ablösung.
  • Verfrühter Epiphysenfugenschluss des Radiuskopfes.
  • Gestörte Feindurchblutung (Mikrovaskularisation) durch eine mechanisch induzierte Sklerose des Knochens im Bereich des Kronfortsatzes.

Die Erkrankung tritt frühestens im Alter von fünf bis sieben Monaten auf. Unter Umständen wird sie aber vom Besitzer nicht sofort bemerkt, so dass auch Tiere erst im zweiten Lebensjahr dem Tierarzt vorgestellt werden. Klinisch äußert sich eine FCP als Lahmheit, die vor allem nach längerer Ruhe oder stärkerer Belastung auftritt. Der Ellenbogen wird zur Seite ausgestellt.

Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich eine Schmerzhaftigkeit bei starker Streckung oder Beugung des Gelenks. Im Röntgenbild sind vor allem die Verschattungen im Bereich der Elle, der Verlust der Knochenbälkchenzeichnung, eine undeutliche vordere Kontur im latero-lateralen Strahlengang (seitliche Projektion) und gegebenenfalls die Frakturlinie des Fortsatzes sichtbar. Ein vollständiger Abriss des Processus coronoideus ist jedoch selten.Aufgrund der mangelnden Kongruenz können sich eine Stufe zwischen Speiche und Elle und ein ungleichmäßig breiter Gelenkspalt darstellen. Diese Inkongruenz lässt sich mittels eines Quotienten darstellen. Hierzu wird die Länge der Incisura trochlearis sowie die Entfernung zwischen der Spitze des Processus anconaeus und der Spitze des Processus coronoideus lateralis ulnae gemessen. Liegt der Quotient beider Werte über 1,15, gilt das Ellenbogengelenk als inkongruent. Die mit dem FCP verbundene Arthrose zeigt sich bei schwereren Formen in Lippenbildungen der angrenzenden Knochenkonturen. Knochenanbauten treten vor allem am innen liegenden (medialen) Rand der Elle und des Oberarmknochens auf. Eine Arthroskopie kann die Diagnose FCP untermauern.

Osteochondrosis dissecans humeri

Eine Osteochondrosis dissecans (OCD) kommt im Bereich des Ellenbogengelenks fast ausschließlich am innen liegenden Rollhöcker des Oberarmknochens (Condylus medialis humeri) vor. Sie entsteht zumeist im Alter von 5 Monaten und in der Regel beidseitig. Häufiger betroffene Rassen sind Labrador Retriever, Golden Retriever und Rottweiler.

Häufig ist diese Form der Ellbogendysplasie mit einem fragmentierten Processus coronoideus verbunden. Allerdings wird meist eine „echte“ OCD mit den Knorpelerosionen (kissing lesions) bei einem FCP verwechselt, welche nicht das unter dem Gelenkknorpel gelegene (subchondrale) Knochengewebe betreffen, so dass Read ein gleichzeitiges Auftreten beider Läsionen anzweifelt.

Die Diagnose lässt sich zumeist anhand eines Röntgenbildes, vor allem im anterior-posterioren Strahlengang (Projektion von vorn nach hinten) stellen. Der röntgenologische Nachweis gelingt jedoch nicht immer, so dass der sichere Ausschluss nur über eine Arthroskopie oder Computertomografie (CT) erfolgen kann.

Klassifizierung

Nach der International Elbow working Group wird die ED je nach Ausmaß der Erkrankung in drei klinische Stadien eingeteilt. Hierbei wird lediglich der Schweregrad der Arthrose über das Ausmaß der Knochenzubildungen (Osteophyten) beurteilt. Das Auftreten spezifischer Läsionen (FCP, IPA, OCD) wird lediglich vermerkt, nicht jedoch für die Klassifizierung verwendet:

Schweregrad Kriterien
Grad 0: Normal keine Osteophyten oder Sklerose
Grad I: Milde Arthrose Osteophyten kleiner als 2 mm oder Sklerose der Gelenkfläche (Incisura trochlearis) der Elle
Grad II: Moderate Arthrose Osteophyten zwischen 2 und 5 mm groß
Grad III: Schwere Arthrose Osteophyten größer als 5 mm

Hunde mit einer ED sollten wegen der Vererbbarkeit von der Zucht ausgeschlossen werden.

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